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Pressestimmen
Vorstandssekretärin Helga hatte die Nase vorn Eine Mischung aus literarischem Kabarett, Clownerie, "Frei-Schnauze-Comedy" und Zauberei - so lautete das Rezept für einen Unterhaltungsabend der Extraklasse im... EUSKIRCHEN. Eine Mischung aus literarischem Kabarett, Clownerie, "Frei-Schnauze-Comedy" und Zauberei - so lautete das Rezept für einen Unterhaltungsabend der Extraklasse im City-Forum. Ein ausverkauftes Haus, rasanter Applaus und eine großartige Stimmung waren der Lohn für die gelungene vierte Auflage des Euskirchener Kleinkunstpreises. "Wir haben uns bemüht, immer das Beste zu geben. Bei der Premiere 2005 haben wir 150 Karten verkauft - diesesmal waren es bereits 600", freute sich die Mitorganisatorin Katharina Röpke. Über das Internet hatten Künstler aus dem ganzen Land die Möglichkeit, sich für den Auftritt in Euskirchen zu bewerben. Die Veranstalter vom Verein "Frauen helfen Frauen" hatten dann die Qual der Wahl unter 70 Bewerbern. "Wir haben uns für sieben spektakuläre Auftritte entschieden und hoffentlich eine gute Wahl getroffen", erklärte Katharina Röpke. Jeder Künstler hatte nur 15 Minuten Zeit pro Auftritt. "Wenn die nur eine Minute mehr benötigen, schmeiße ich sie persönlich von der Bühne", spaßte Carolina Brauckmann, die das Publikum durch den Abend führte. Die kurzen Auftritte taten der Stimmung aber keinen Abbruch. Im Gegenteil: Für das Publikum brachte das rasante Tempo reichlich Spannung. Durch Losentscheid wurde die Reihenfolge der Auftritte festgelegt und die "First Ladies", das einzige Duo des Abends, heizten direkt zu Beginn ordentlich ein. Comedy gepaart mit Tanz und Musik versprach das Stück "Reich und sexy in zwei Stunden" der beiden. Auf der Suche nach der perfekten Hausfrau suchte das Duo aus Bayern sein Glück in der Modestadt Düsseldorf. Auf der berühmten "Kö" fanden sie jedoch nicht das, was sie suchten und beschlossen so schnell nicht mehr zurückzukehren. Um doch noch perfekte Hausfrauen zu werden, suchte das Duo Hilfe bei Gott und betete: "Gott ich bin so fett, kannst du mir das Fett absaugen", flehten die Damen den Himmel an. Donnernder Applaus aus dem Publikum war die Antwort. Mit seinem Wortkabarett über "Armleuchter und Lichtgestalten" nahm Peter Knobloch die Highsociety der Gesellschaft aufs Korn. "Welcher Mann kennt das nicht: Ab der Mitte des Lebens ist einfach alles scheiße. Guckt euch doch mal den Sarkozy oder den Christoph Daum an. Wenn die keine Probleme haben, wer dann?", berichtete Knobloch aus eigener Erfahrung. Dass der Euskirchener Kleinkunstpreis eine multikulturelle Veranstaltung ist, bewies nicht nur die Tatsache, dass die Künstler aus Bayern, Berlin oder Norddeutschland kamen. Der Deutschtürke Ilhan Atasoy machte mit seinem literarischen Kabarett, unter anderem über die Unterschiede zwischen deutschem und türkischem Fußball, einen sportlichen Ländervergleich. Am Ende der Veranstaltung hatte dann das Publikum die Qual der Wahl unter sieben hervorragenden Künstlern. Mit 317 Stimmen hatte die Vorstandssekretärin Helga das Publikum am meisten überzeugt und durfte das Preisgeld von 1111 Euro mit nach Hause nehmen. Büroalltag und Zwangsneurosen Helga ist die Künstlerin "Cloozy", die bereits den Prix Pantheon gewann und in ihrer Heimat West-Berlin sehr bekannt ist. "Das Publikum von meiner Leistung zu überzeugen, ist mir sehr wichtig. Der Kleinkunstpreis ist eine großartige Veranstaltung, die zeigt, wer wirklich witzig ist", erklärte "Cloozy". "Der fünfte Kleinkunstpreis ist bereits in Planung und wir hoffen, dass wir das Publikum dann wieder mit tollen Künstlern begeistern können", wagte Katharina Röpke einen Ausblick auf das kommende Jahr.
Vom Lochen der Teewurst im Büro beim Kleinkunstpreis in Euskrichen amüsierten sich die Besucher am Samstag köstlich bei Comedy, Clownerie und Kabarett auf hohem Niveau. Die Benefizveranstaltung für den Verein " Frauen helfen Frauen" war wieder ein großer Erfolg. Über drei Stunden lang wurden sie mit Kabarett, Comedy und Clownerie bestens unterhalten, bevor das Auditorium dann durch Abstimmung den Künstler mit der besten Performance belohnen durfte. Das Ergebnis war deutlich. Mit knapp über 200 Stimmen verwies die Berlinerin "Cloozy", die im Alltag auf den bürgerlichen Namen Claudia Wipfler hört, die Konkurrenz auf die Plätze und sicherte sich den von der Regionalgas gesponserten und mit 1111 Euro dotierten Preis. Sie schlüpfte in die Rolle der eher schüchternen Vorstandssekretärin Helga, die Briefe für ihren Chef tippen muss, weil er selbst nicht schreiben kann. Die menschlichste Sollbruchstelle der Welt Doch nicht nur die Gewinnerin sorgte bei den Zuschauern für reichlich Lacher. Auch die übrigen sechs Teilnehmer ließen den Besuchern nur wenig Zeit zum Durchatmen. So erklärten die "First Ladies" aus Köln (Eva-Maria Michel und Maria Vollmer), die Dritte wurden, dem Publikum mit Gesang und Tanz, wie man in kürzester Zeit reich und sexy wird. Dazu zählte etwa eine Abwandlung des "Vater unser" unter dem Motto "Gott, ich bin zu fett". Den Podiumsplatz mussten sich die Ladies mit dem Dortmunder Kabarettisten Ilhan Atasoy teilen, der sich auch gerne als "König vom Borsigplatz" bezeichnet. Atasoy fühlt sich erfolgreich integriert und daher als "guter Türke", auch wenn er "bestimmt dem ein oder anderen aus dem Publikum den Arbeitsplatz geklaut" habe. Politisch nicht immer ganz korrekt und mit scharfen Spitzen nahm er sowohl seine türkischen als auch seine deutschen Landsleute aufs Korn und bewies seine Liebe zu Deutschland, auch wenn er eigentlich nur hier lebt, "um der Erdbebengefahr in der Türkei zu entgehen". Obwohl ein Bekannter Marco Brüser aus Bremerhaven erzählt hatte, dass Euskirchen nur halb so groß, dafür aber doppelt so tot wie der New Yorker Zentralfriedhof sei, trat auch er beim Kleinkunstpreis an und wurde mit 90 Stimmen Zweiter. Er verband Stand-up-Comedy mit Zaubertricks und integrierte die Zuschauer. So durfte ihn etwa "die verheiratete Antje aus Reihe eins" in eine Zwangsjacke stecken, aus der er sich dann innerhalb von 90 Sekunden wieder befreite. Dabei hatte er nur eine Sorge: "Bitte Antje, wenn du den Gurt, der zwischen meinen Beinen hängt, festmachst, zieh' ihn nicht bis ins letzte Loch." |




